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Für das Wochenende:

Wer Laurentius oder Lorenz heißt, kann seinen Namenstag mit einem Himmelsspektakel feiern. Denn meistens um den 10. August sind in der Nacht besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Der Volksmund hat sie Laurentiustränen getauft, weil der Heilige äußerst grausam zu Tode kam.

 

Die Naturwissenschaftler haben allerdings eine viel nüchternere Erklärung für das Himmelsphänomen. Denn das Naturschauspiel verdanken wir einem Kometen, der alle 130 Jahre um die Sonne kreist und einen mächtigen Schweif aus kleinen Staubteilchen hinter sich herzieht, die sogenannten Perseiden. Die Bahn des Kometen und die der Erde kreuzen sich. An diesem Punkt kommt die Erde einmal im Jahr vorbei, nämlich im August. Sobald die Teilchen des Kometen in die Atmosphäre gelangen, verglühen sie zu Sternschnuppen: den Laurentiustränen.

Mit Sternschnuppen ist ja ein Brauch verbunden. Wer eine Sternschnuppe sieht, der darf sich was wünschen, und dieser Wunsch soll dann auch in Erfüllung gehen. Nun ja, ob das wirklich so passiert, das sei einmal dahingestellt.

Eines aber ist doch wohl richtig. Jeder von uns hat Wünsche; hat Wünsche für sich und das eigene Leben, hat Wünsche für andere.

Und die Wünsche sind so verschieden wie die Menschen. Kinder und Jugendliche haben andere Wünsche als Erwachsene. Junge Familien haben andere Wünsche als ein älteres Ehepaar, einsame Menschen haben andere Wünsche als jemand in einer Großfamilie. Kranke wünschen sich anderes als Gesunde.

Die verschiedenen Vereine einer Dorfgemeinschaft haben unterschiedliche Wünsche, die Kirchengemeinden genauso und auch in der Politik gibt es die Wünsche. In diesen Zeiten haben sicher auch viele den Wunsch, dass die sog. neue Normalität dem bekannten Alltag weicht.

Es gibt Wünsche, die erfüllen sich. Man kann sich sogar selbst Wünsche erfüllen, und es gibt Wünsche, die werden immer Wunsch bleiben, egal wie viele Sternschnuppen zu sehen sind.

Ein Wunsch, der ist allen Menschen gemein, ein Wunsch trägt jede und jeder ganz tief in sich.  Das ist der Wunsch angenommen zu sein, beheimatet zu sein, geliebt zu sein.

Wie oft wurde auch dieser Wunsch enttäuscht?

Auch der heilige Laurentius hat dies erfahren, er hat Ablehnung und Hass in seinem gewaltsamen Tod erleben müssen.

Zugleich konnte er dieses Ungeliebtsein ertragen, weil er eines wusste:

Bei Gott bin ich angenommen, von Gott werde ich geliebt, geliebt wie ich bin, mit meiner Art, mit meinem Leben, mit meinen Stärken und mit meinen Schwächen, mit meinen Wünschen.

Das gilt auch für uns. Gott sagt uns: „Komm zu mir Mensch, ich nehme dich an.“

Der heilige Laurentius ist Patron der Kirche in Zerf und der Kapelle in Heddert.

K. Quirin

Bild: Felix Mittermeier auf Pixaby